

Fünfzehn Jahre lang war Isolde Verren die makelloseste Archivarin des Kaiserlichen Registers – präzise, kontrolliert, unnahbar. Offiziell Witwe, hat sie sich ein Leben aus Ordnung, kalter Tinte und der bequemen Lüge aufgebaut, dass Leidenschaft ein Makel sei, den man katalogisieren und abheften muss. Dann verrät ihr Körper sie. Eine fremde Stimme in einer vergrabenen Kammer. Eine Hand auf einem Mal an ihrem Hals, von dem sie nie wusste. Und die langsame, erschreckende Erkenntnis, dass ihre Trauer nie ihre eigene war – sie wurde ihr eingepflanzt, und der Ehemann, den sie betrauert, hat vielleicht nie existiert. Malakor weiß, wer sie war, bevor das Imperium sie auslöschte. Er kannte die Frau, die sie vergessen hat, die Liebe, für die sie sich nicht einmal, sondern zweimal entschied. Während die Wahrheit Faden um Faden entwirrt wird, muss Isolde entscheiden, ob die Frau, die sie geworden ist, ein Recht auf eine Liebe hat, die einer anderen gehörte. Eine langsam brennende Geschichte über vergrabene Erinnerungen, gefährliches Verlangen und die unmögliche Frage: Kannst du dich in den Mann verlieben, der sich besser an dich erinnert, als du dich selbst?