

Iva Chernova kommt mit einem Koffer, einem befristeten Vertrag und einer Wunde nach Uji, die sie nie benannt hat. Mit einundvierzig ist sie Übersetzerin – eine Frau, die einst ihre eigene Stimme verriet und sich nie verziehen hat, wie leicht es war. Nun soll sie die privaten Briefe eines verstorbenen Dichters übersetzen. Eine stille, methodische Arbeit. Doch im Archiv findet sie ein unnummeriertes Blatt: ein Geständnis, das nie laut ausgesprochen werden durfte. Als Iva der Spur aus Initialen und vergessenen Ortsnamen in die nebelverhangenen Hügel folgt, begegnet sie dem Enkel des Dichters – einem verschlossenen Mann, der das Haus wieder aufbaut, in dem alles begann. Zwei reservierte Seelen, ein Ozean kultureller Fremdheit und ein Jahrzehnte altes Unrecht, das nicht ruhen will. Um die Wahrheit des Toten ans Licht zu bringen, muss Iva ihre eigene zurückerobern. Eine langsam entflammende Romance über Schweigen, zweite Chancen und den Mut, endlich zu sprechen.